Die grossen Scheideanstalten & Goldschmelzen.

DEGUSSA, HERAEUS, ALLGEMEINE, AURUBIS & Co.

 

In Deutschland gibt es einige wichtige Scheideanstalten, sog. Affinerien, für Edelmetalle wie Gold, Platin & Silber.

 

Die Degussa wurde im Jahre 1873 als Deutsche Gold- und Silber-Scheideanstalt, vormalig Roessler AG, in Frankfurt am Main gegründet. Diese ging aus der 30 Jahre zuvor in Betrieb genommenen Frankfurter Scheideanstalt hervor, welche vom vormaligen Frankfurter ‚Münzwardein’ Friedrich Roessler zuerst nur gepachtet und als privates Unternehmen betrieben worden war. Nach der Aneignung der Freien Stadt Frankfurt durch Preußen 1866 wurde die Edelmetall-Scheiderei von seinen Söhnen Heinrich Roessler  und Hector Roessler erworben und fortgeführt.

 

Die Wortmarke Degussa war ursprünglich ein sog. Akronym und auch  ‚Drahtadresse’ also Telegrammadresse, für „Deutsche Gold- und Silber-Scheide-Anstalt“.

Vorgängergesellschaften waren die Degussa-Hüls AG und die SKW Trostberg AG.

Eigentlicher Anlass zur Gründung der neuen Aktiengesellschaft war die deutsche Reichsgründung 1871 mit der Einführung der nationalen Währung Mark, durch welche die Partikularwährungen der deutschen Länder überfüssig wurden wie z. B. der süddeutsche Gulden und auch der Taler. Dementsprechend wurden große Mengen an Münzen aus dem Münz-Verkehr gezogen, für die Rückgewinnung des darin enthaltenen Edelmetalls sollte eine Scheidekapazität in industriellem Maßstab geschaffen werden. Mit der Gründung erwarb das Unternehmen auch das Recht zu Bankgeschäften mit gemünzten und ungemünzten Edelmetallen. Das Tätigkeitsfeld wurde bald auf weitere Edelmetallprodukte wie Glanzgold für die Keramik- & Glasindustrie sowie Chemikalien ausgedehnt.

 

1980 wurde das Unternehmen offiziell in „Degussa AG“ umbenannt. Das Bankgeschäft, welches die Degussa AG als zugelassene Devisenbank und Außenhandelsbank betrieben hatte, wurde vom Industriegeschäft abgespalten und auf die neu gegründete ‚Degussa Bank GmbH’ übertragen. Seit 2007 gehört die Degussa-Bank zur Privatbank M M Warburg in Hamburg.

2000 wurden dann die Edelmetall-Aktivitäten der Degussa in eine eigene Gesellschaft ausgegliedert, welche mittlerweile als Umicore AG & Co. KG zum belgischen Umicore-Konzern gehört. Damit hatte sich die Degussa von ihrem ehemaligen Kerngeschäft getrennt, welches ihr auch den Namen gab.

2007 wurde dann die Eingliederung von Degussa in den Evonik Industries Konzern vollzogen.

 

Die Heraeus Holding GmbH ist ein deutscher Technologiekonzern mit den Schwerpunkten Edel- und Sondermetalle, Dentalwerkstoffe, Medizintechnik, Quarzglas und Speziallichtquellen. Das Unternehmen wurde im Jahre 1851 in Hanau gegründet und zählt nach Umsatz zu den größten Familienunternehmen in Deutschland.

 

Von der Apotheke bis zur Platinschmelze war es ein langer Weg.

Im Jahr 1851 übernahm der Apotheker und Chemiker Wilhelm Carl Heraeus im Alter von 24 Jahren die väterliche Einhorn-Apotheke in Hanau, welche sich seit dem Jahr 1660 als gräfliche Hofapotheke im Besitz der Familie Heraeus befand. Wilhelm Carl Heraeus legte damit den Grundstein für ein weltweit operierendes Familienunternehmen, welches seit mehr als 155 Jahren in Hanau, östlich von Frankfurt , seinen Firmensitz hat.

Hanau war und ist eine Goldschmiedestadt, in welcher seit Ende des 18. Jahrhunderts Platin für die Herstellung von Schmuck verwendet wurde. Für die Goldschmiede der damaligen Zeit war das Edelmetall äußerst schwierig zu bearbeiten, da es eine große Zähigkeit besitzt und der Schmelzpunkt bei über 1770 Grad Celsius liegt. Platin konnte deshalb, solange es dafür kein Schmelzverfahren gab, nur in aufwendigen Weißglut-Schmiedeprozessen bearbeitet werden. Wilhelm Carl Heraeus kannte die Probleme der Goldschmiede und nach diversen Experimenten gelang es ihm erstmalig 1856, mit einem selbstentwickelten Gebläsebrenner, Platin in größeren Mengen zu schmelzen und hochrein zu gewinnen. Es war bereits bekannt, dass Platin in einer Knallgasflamme, einem Gemisch aus Wasserstoff und Sauerstoff, schmilzt, jedoch gelang dies bisher im Labor nur in geringen Mengen. Mit seiner Gas-Gebläseapparatur konnte Heraeus ausreichend Knallgas erzeugen und mit einer großen Flammenfront mehrere Kilogramm an platinhaltigem Material schmelzen. Auf Grundlage dieser Pionierleistung gründete Heraeus die ‚Erste Deutsche Platinschmelze W. C. Heraeus’. Zu den Kunden seines Unternehmens zählten Goldschmiedewerkstätten und Schmuckfabriken in aller Welt, aber auch Zahnfabriken, Dentallabors und weitere Industriezweige. Im Jahr 1857 produzierte W.C. Heraeus  über 30 Kilogramm reines Platin, 1896 wurden bereits über 1000 Kilogramm Platin erschmolzen und verarbeitet.

Wegen seiner Widerstandsfähigkeit gegen Säuren und Hitze wurde Platin unter anderem für wissenschaftliche Geräte, Schalen & Tiegel in der Chemie und Physik verwendet.

Der Bereich Edelmetalle war von Anfang an der umsatzstärkste Geschäftszweig von Heraeus. Als die Preise für Gold, Silber und Platin in den 1930er Jahren stark anstiegen, widmete sich Heraeus auch den Platingruppenmetallen wie Palladium, Rhodium und Ruthenium.

2010 wurde der Geschäftsbereich W. C. Heraeus in die Geschäftsbereiche Heraeus Precious Metals und Heraeus Material Technologies aufgeteilt.

 

Die Scheideanstalt Heimerle + Meule gilt als älteste Gold- und Silberscheideanstalt Deutschlands. 1845 gegründet, als sich der Unternehmer Julius Dittler in der früheren Kleinstadt Pforzheim anschickte, eine sog. Kehretsanstalt, eine Gekrätzanstalt zum Recycling von edelmetallhaltigen Abfällen aus Gold, Platin & Silber, zu gründen.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Unternehmen dann in Heimerle + Meule umbenannt.

Ab dem Jahre 1920 wird das Edelmetall im Haus legiert, dann zu Halbzeug verarbeitet und an die Schmuck- und Uhrenindustrie geliefert. Unmittelbar danach wurden die ersten Dentallegierungen entwickelt und produziert.

Ältere Pforzheimer erinnern sich noch an die Schmuck- und Uhrenfabrik Knoll + Pregitzer, in deren Räumlichkeiten mit der Geschäftstätigkeit von Heimerle + Meule nach dem Krieg wieder begonnen wurde.

2004 erfolgte eine Übernahme durch die Heraeus Edelmetall Halbzeug GmbH in Pforzheim.

 

Norddeutsche Affinerie, heute Aurubis.

Die in Hamburg ansässige Aurubis AG, heute einer der größten Kupferproduzenten und Kupferrecycler weltweit, hat seine Ursprünge in einer bereits 1770 gegründeten Anstalt für Silberscheidung und Silberschmelze. Aus dieser Anstalt ging 1866 die ‚Norddeutsche Affinerie AG’ hervor, welche sich 2009 in die Aurubis AG umbenannte.

 

Der Vorläufer der Norddeutschen Affinerie, die Gold- und Silberschmelze des Kaufmanns Salomon Beit, wurde schon 1780 durch einen Brand aktenkundig. Beit's Nachfolger nahmen die Kupferverhüttung hinzu und gründeten das ‚Elbkupferwerk’ im Jahre 1846. Die Schmelzhütte auf dem Steinwerder wurde vom damaligen Hamburger Senat nur mit der Auflage genehmigt, über einen 85 m hohen Schornstein, dem damit seinerzeit längsten in Deutschland, die Rauchgase zu verteilen. Der Arsengehalt des Hüttenrauchs war bekannt und gefürchtet. Seit 1866 wird das Unternehmen als 'Norddeutsche Affinerie' geführt. Die Bezeichnung 'Affinerie' weist darauf hin, dass nicht nur Verhüttung zu Rohkupfer, sondern eine Vielzahl metallurgischer Prozesse stattfinden. Um 1910 zog die sog.‚Affi’ auf ihren heutigen Standort auf der Peute um.

 

Affinerie ist ein Begriff französischen Ursprungs, von "afiner" = scheiden, veredeln, verfeinern, reinigen, welcher  im deutschsprachigen Raum seit dem 18. Jahrhundert gebräuchlich ist.

Affinerie bezeichnet eine Anlage, in welcher Metalle, vorrangig Edelmetalle wie Gold, Platin und Silber, durch das Herauslösen von Verunreinigungen in sehr reiner Form abgeschieden werden. Eine in Deutschland geläufigere Bezeichnung für ‚Affinerie’ ist das Wort ‚Scheideanstalt’.

 

Die 'Allgemeine Gold- und Silberscheideanstalt AG', auch nur die ‚Allgemeine’genannt, wurde im Jahre 1891 als Aktiengesellschaft in Pforzheim, dem Zentrum der deutschen Schmuck- und Uhrenindustrie, gegründet. Sie ist seit mehr als 100 Jahren auf die Rückgewinnung von Edelmetallen und die Herstellung von Edelmetallprodukten spezialisiert und zählt heute zu den führenden Scheideanstalten in Europa.

 

Aber auch das Bankhaus Rothschild hatte im 19. Jahrhundert eigene Scheide-& Schmelzanstalten in England und Frankreich. Die dort geschmolzenen Edelmetalle wurden an verschiedene Staaten & Prägeanstalten zur Münzprägung geliefert.

 

Weltweit gibt es rund 51 Goldaffinerien. Die Rand Refinery Ltd. in Germiston bei Johannesburg in Südafrika betreibt eine der größten Affinerien der Welt. Die Affinerie vermag über 70 verschiedene Metalle & Werkstoffe zu scheiden. Die Rand Refinery scheidet jährlich 6 bis 10 Tonnen Gold und 16 bis 30 Tonnen Silber.

 

Angesichts der weltweit wachsenden Nachfrage nach Edelmetallen und der abnehmenden Entdeckung neuer Fördervorkommen, kommt Edelmetall-Recycling von Gold, Platin & Silber und folglich den Affinerien  & Scheideanstalten eine zunehmend größere Bedeutung zu.

 

Gerade im Westdeutschland der Wirtschaftswunderzeit bis heute sind auch von Privatleuten grosse Mengen an Edelmetallen gekauft & gehortet worden. Grosse Mengen an Edelmetall sind als Goldschmuck, Silberschmuck, Silbermünzen, Silbermedaillen, Silberbarren, Silberbesteck, Goldbarren und weiterer Form vorhanden und leisten einen wichtigen Beitrag als Wertreserve.

 

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